RotGrünBlau
Judith Albert · Remo Albert Alig · Evelina Cajacob · Sandra Capaul · frölicher I bietenhader · Ladina Gaudenz · Gabriela Gerber & Lukas Bardill · Gian Häne · Christoph Haerle · Pascal Lampert · Stefan Rüesch · Roman Signer · Miguela Tamo · Timo Ullmann
30.11.2024–4.1.2025
Eröffnung am Freitag, 29. November 2024 · 18 Uhr
Am Donnerstag, 2.1.2025 bleibt die Galerie geschlossen.
Ausgangslage für die thematische Endjahresausstellung bilden das Video Objekt I’m not afraid of red, green and blue, 2017 von Judith Albert und der Werkzyklus Screenprints, 2023 von Timo Ullmann.
Auf den Erfahrungen der Kunstmaler:innen beruht eine «Drei-Farben-Theorie» mit den grundlegenden Farben Rot, Gelb und Blau, aus denen alle anderen Farben mischbar seien.
Für den RGB-Farbraum sind es dagegen die drei Wertigkeiten Rot, Grün und Blau, auf die die Leuchtstoffe des Monitors (Fernseher oder Smartphones) optimal abgestimmt werden.
Die Farben Rot, Grün und Blau werden als «Lichtfarben» bezeichnet und waren bis anhin im Druckverfahren nicht wiederzugeben, da das Mischen der «Lichtfarben» auf Druckstoffen nicht möglich schien.
Glaubten wir bis anhin zu wissen, dass die additive Farbmischung von Rot, Grün und Blau einzig Medien wie Bildschirmen vorbehalten sei, und sich somit nicht drucken lässt, hat Timo Ullmann in Lorenz Bögli (Atelier für Siebdruck) jemanden gefunden, der das Gegenteil beweist. In einem speziellen RGB-Siebdruck–Verfahren druckt dieser reflektierende Pigmente auf schwarzes Papier. Dadurch erhalten Ullmanns Screenprints eine schimmernde Oberflächenstruktur und wirken als wäre das Licht des Bildschirmes auf Papier gebracht worden.
In ihren Videos und Installationen beschäftigt sich Judith Albert mit Aspekten von Zeit, Raum und Körper. Vertiefte Auseinandersetzungen mit tradierten Geschichtsbildern, Erzählungen, Mythologien oder unserem Sprachgebrauch bilden die Grundlage ihres vielseitigen Schaffens. Mittels allmählichen oder kaum sichtbaren Veränderungen setzt sie in Videoarbeiten stilllebenhaftes Verweilen der Atemlosigkeit unserer beschleunigten Zeit entgegen.
Um dieses Ausgangsthema wurde eine vielschichtige Ausstellung kuratiert, welche ebenso die Vielfalt möglicher Bereiche der Gegenwartskunst, als auch unterschiedlichste Ausdrucksformen wie Fotografie, Malerei, Zeichnung, Skulptur, Objekt, Installation und Video widerspiegeln.
Zudem beschäftigt sich die Ausstellung auch mit der Wahrnehmung, Funktion und Identität von Farbe. Prägt diese doch nicht nur die natürliche Umwelt – sie bestimmt auch die Ästhetik des Kulturraums, der die Formen der visuellen Kommunikation zwischen Menschen abbildet.
Aber auch Werkbeiträge bei denen die Farben Rot, Grün und Blau rein zufällig vorzukommen scheinen, oder die den Wortbegriff hinterfragen oder diesen in übertragenem Sinne, als freien Umgang künstlerischer Interpretation thematisieren.
Nach wie vor stehen, unabhängig von kurzlebigen Trends, Konzepte im Mittelpunkt der 33-jährigen Galeriearbeit, die sowohl formal als auch thematisch innovative und zugleich zukunftsfähige Ansätze verfolgen.
Mit den besten Grüssen freuen wir uns, Sie demnächst in der Galerie zu empfangen!
Luciano Fasciati